The Technomancer – Die Monotonie auf dem Mars im Test

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Nach einem Ausflug ins Fantasy-Genre mit Bound by Flame kehren die Entwickler von Spiders mit ihrem neuesten Titel The Technomancer zurück zu ihren Mars War Logs Wurzeln und schicken die Spieler erneut auf den Cyberpunk-Mars. Ob der erneute Ausflug auf den roten Planeten besser gelungen ist erfahrt ihr im Folgenden.

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STORY

Auf dem Mars tobt seit jeher ein Kampf um die knappste aller Ressourcen, dem Wasser. Zudem verwandelt die unerbittliche Sonne Menschen in Mutanten. In dieser unwirklichen Welt herrschen Konzerne und viele Menschen sind gezwungen sich unter der Erde zu verstecken und in Armut zu leben. In einem der Slums wächst Protagonist Zacharia auf. Er gehört zu den sogenannten Technomancern welche sich als Beschützer des Volkes verstehen. Auch wenn die Geschichte auf den ersten Blick Potential bietet darf man nicht erwarten dass das auch genutzt wird. Viel eher plätschert die Handlung seicht vor sich hin und ist zumindest schon einmal kein Kaufgrund für das Spiel.

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GAMEPLAY

Spielerisch präsentiert sich The Technomancer als Action-Adventure mit einigen Rollenspielanleihen. So ist es gleich zu Beginn möglich euren Charakter optisch minimal anzupassen und auch das Verdienen und Vergeben von Skillpunkten erinnert an moderne RPGs. Hinsichtlich der Talentbäume erlaubt das Spiel mehr Bewegungsfreiheit als bei den Kämpfen und bietet Skillungen in Bereichen wie Talenten, Attributen und Kampffertigkeiten. Erstere erlauben das Leveln von grundsätzlichen Skills wie Charisma, Tarnung oder Crafting. In den Attributen bestimmen wir Fähigkeiten wie Kraft, Gewandtheit oder Stärke und legen so unter anderem fest wie viele Treffer wir einstecken können oder wie stark unsere ausgeteilten Schläge sind. Die sollten möglichst wuchtig ausfallen, da die monotonen Kämpfe trotz unterschiedlicher, wechselbarer Kampfstile recht langatmig sein können. Gerade Bossgegner können eine ganze Menge einstecken und erfordern daher langes stoisches Hämmern auf Mouse- oder Gamepadtasten. Im Grunde ist es auch das Buttonmashing worauf sich die ansonsten nett inszenierten Kämpfe hauptsächlich konzentrieren. Mit Stab, Prügel, Dolch und Schild dreschen wir einfach solange auf die Feinde ein bis deren Lebensleiste null erreicht. Anders als im Dark Souls Klon Bound by Flame fehlt es den Kämpfen in The Technomancer an Finesse und Abwechslung und auch das Vorhandensein von Ausweichsprüngen und den speziellen Technomancer Kräften ändern da nichts dran. Die Kräfte übrigens beziehen sich lediglich auf das Elektrisieren von Waffen oder das Verschießen von Blitzen.

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Neben den zahlreichen Auseinandersetzungen bietet das Spiel ein simples Crafting System, das immerhin während vieler langer Laufwege und Backtracking am Wegesrand unterhält. Überall in der Welt finden wir Materialien und Zutaten welche sich an Werkbänken kombinieren und in Waffen und Rüstungen einbauen lassen. Das erhöht unter anderem Schaden und Widerstand und erlaubt ein wenig Herumprobieren. Dafür das wir stets genug Material finden und Erfahrungspunkte einsacken können sorgen zahlreichen Nebenaufgaben die in den meisten Fällen jedoch öde inszeniert sind und sich mehr nach künstlicher Spielzeitstreckung anfühlen. Wer sich trotzdem daran versuchen möchte ist allein schon mehrere Stunden im Startgebiet unterwegs und das bedeutet ein stetiger Wechsel zwischen Slums und Markt und überhaupt viel Gerenne.

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GRAFIK & SOUND

Grafisch zeigt sich The Technomancer nicht auf der Höhe der Zeit ist allerdings auch weit entfernt von hässlich. Gerade in den Kämpfen, wenn Blitze über das Schlachtfeld zucken und Zacharia in Darth Maul Manier Angriffen ausweicht dann schaut das schon wirklich cool aus. Der Mars und die Siedlungen machen einen glaubhaften Eindruck und gerade die größeren Feinde sind gut designt. Es hapert allerdings an wirklichen Emotionen. Sprich die Charaktere sind steif und leblos, es fehlt schlichtweg an Mimik. Das könnte man eventuell sogar verschmerzen angesichts des Budgets, allerdings wird in The Technomacer auch sehr viel geredet und ich persönlich habe mich ziemlich schnell dabei ertappt die Dialoge in den Nebenmissionen einfach zu skippen. Auf soundtechnischer Seite geht das Spiel weitestgehend klar. Musikalisch hat man sich an das vorherrschende Cyberpunk-Motto gehalten, auch wenn das Deus Ex: Human Revolution da mehr geboten hat, aber wie gesagt, Budget. Die ausschließlich englischen Sprecher machen einen soliden Job, können den Umstand der toten Gesichter aber auch nicht durch herausragende Leistungen wett machen.

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Story
5
Gameplay
5
Grafik
5
Sound
5
Atmosphäre
5
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Stellv. Chefredakteurin bei HoG, PC Gamerin (Praise Lord Gaben), Kammerjägerin. Neben dem Gaming: Comicbücher, Konzerte, Serien, Abhängen. Fertig!