Unravel – Ein Garn geht auf Reisen im Test

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Das Puzzle-Platformer die Massen begeistern und dazu noch zum Sterben schön aussehen können, hat im letzten Jahr das wunderbare Ori and the Blind Forest eindrucksvoll bewiesen. Recht früh im aktuellen Spielejahr buhlt ein weiterer Titel der gleichen Art um die Gunst der Spieler. In Unravel treffen erneut eine liebenswerte Hauptfigur, charmante Grafik und knifflige Kopfnüsse aufeinander. In diesem Review möchte ich nun herausfinden ob der Spielspaßfaden auch tatsächlich bis zum Schluss hält.

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STORY

Unravel folgt im Grunde genommen keiner strikt festgelegten Geschichte, vielmehr vermittelt es Eindrücke die ihr interpretieren könnt wie ihr möchtet. Rufen die Bilder vielleicht Erinnerungen wach oder inspirieren sie euch, eine eigene Geschichte zu schreiben oder ein Abenteuer zu erleben. Wie ihr Yarnys‘ Reise durch die Vergangenheit auslegt obliegt demzufolge ganz eurem subjektivem Empfinden und das ist meiner Meinung nach und im Falle dieses Spiels auch äußerst passend.

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GAMEPLAY

Der berühmte rote Faden ist es, aus dem Protagonist Yarny besteht, der euch durch die teils recht kniffligen 2D-Levels in Unravel hilft. Yarny ist damit in der Lage sich an festgelegten Knotenpunkten zu verankern. Dann kann er vertikale Hindernisse kletternd überwinden oder sich an dem Faden hängend durch die Luft schwingen um weit entfernte Plattformen zu erreichen. Außerdem ist es ihm möglich seinen Faden an den besagten Knotenpunkten festzubinden. Ist dann noch ein zweiter solcher Punkt ganz in der Nähe und wird der Faden auch mit ihm verknotet, entsteht eine Strecke auf der Yarny laufen und hoch springen kann. Denn das gespannte Garn dient ebenso als Trampolin. Zusammengenommen klingt das Prinzip simpel ist jedoch teils schwerlich zu meistern, denn ohne eine gute Reaktionsfähigkeit seitens des Spielers stirbt Yarny an die tausend Tode. Sei es durch Wasser, durch rollende Felsen, durch Maschinen und und und. Fairerweise liegen die Zwischenspeicherpunkte in jedem Level dicht beieinander und allzu hoher Frust kommt selten bis gar nicht auf. Die Zwischenspeicherpunkte sind es indes auch an dem Yarny sich mit frischem Garn versorgt. Denn der Faden der ihm zur Verfügung steht reicht immer nur eine unterschiedlich festgelegte Strecke. Solltet ihr während eines Rätsels plötzlich ohne Garn dastehen, könnt ihr euch nicht mehr weiter bewegen und müsst nach neuen Lösungsansätzen suchen.

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GRAFIK & SOUND

Unravel ist die pure Darstellung von Knufffaktor und Realismus. Yarny bewegt sich durch lebendige, teils fotorealistisch wirkende Welten mit angedeuteter Weitsicht. Jeder Level wartet dabei mit einem eigenen, immer besonderen Setting auf. Mal fröhlich bunt und atmend und dann auch wieder leise, verschneit oder düster. Das Besondere ist, das der Spieler Yarny jederzeit ansehen kann wie wohl bzw. unwohl er sich fühlt. So kann das kleine Knäulkerlchen sich sichtbar fürchten wenn Blitzschläge den Level durchschütteln. Das verleiht dem Spiel unfassbar viel Charme und Herz. Zudem sind in Yarnys‘ Welt selbst die kleinsten Dinge ganz groß. Alte verbeulte Blechdosen dienen da schon mal als Sprunghilfe und das Erklimmen eines Traktors wird zur kleinen Herausforderung. Jedes Bild in Unravel ist atmosphärisch beleuchtet und steckt voller Details für die es sich lohnt einfach kurz inne zu halten. Unterstrichen wird die tolle Optik von einem sanften Soundtrack der vornehmlich auf Violinenklänge setzt. Eine Sprachausgabe gibt es nicht und die vermisst man auch nicht.