SKYHILL – Das postapokalyptische Four Seasons im Test

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Ort: SKYHILL Hotel. Uhrzeit? Keine Ahnung. Irgendwann kurz nach dem dritten Weltkrieg und irgendwie kurz nachdem die Apokalypse begann und die Überlebenden in fleischfressende Mutanten verwandelte. Bis auf einen. Perry Jason, der Held des Spiels. In seiner Haut kämpft, lootet und craftet ihr euch durch über 90 Stockwerke des ehemaligen Luxusschuppens. In Form einer kurzen aber prägnanten Comicbuch-Einleitung werdet ihr in das Geschehen hineingesogen und fortan beginnt der Titel seine ausausweichliche Suchtspirale zu entfalten. Denn obwohl der Tot schneller um die Ecke schlittert als ein eingeöltes Stück Seife auf einer Wasserrutsche, ist man immer und immer wieder gewillt erneut in der obersten Etage zu beginnen.

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Der Protagonist startet mit Nichts außer einer vollen Gesundheits- und einer teilvollen Hungerleiste. Auf beides sollte der Spieler stets ein wachsames Auge werfen, denn in dem Puppenhausartigen-Setting verbraucht der Weg in einen neuen Raum stets einen Hungerpunkt. Das Hotel selbst besteht dabei aus dem Flur, inklusive Fahrstuhl, sowie links und rechts davon angeordneten Räumen. In jedem davon findet sich zumeist etwas Nützliches wie Draht, Holz, Nahrung, Schlüssel etc. etc. Sobald ihr auf einem der immer zufällig generierten Stockwerke dann die VIP-Karte gefunden habt, ist es euch jederzeit möglich mit einem reparierten Fahrstuhl nach oben in eure Suite zu gelangen. Denn nur dort lassen sich die meisten Dinge craften und nur dort könnt ihr schlafen. Aber Obacht, der zwingend erforderliche Schlaf kostet ebenso Hungerpunkte.

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Logischerweise könnt ihr diese stetig nachfüllen mit Lebensmitteln aller Art. Aber hier lohnt sich das Abwägen. Entweder alles roh verputzen, was weniger Punkte generiert, oder mehr Rezepte lernen und „kochen“, wovon Jason längerfristig einen Nutzen hat. Aber dazu müsst ihr zuvor Upgrades für eure Suite craften. Das funktioniert, genau wie das gesamte Crafting, super simpel. Überhaupt alles im Spiel lässt sich mittels kurzen Klicks erledigen was einen zügigen Spielfluss zur Folge hat und SKYHILL die Bezeichnung Point & Survival einbrachte. Also eine Mischung aus Point & Click Adventure und Survival-Horror und alles in einem Rogue-like Spielprinzip verpackt.

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Hakelig wird es eigentlich nur bei den rundenbasierten Kämpfen mit denen ihr alle Nase lang konfrontiert werdet. Überall im Hotel lauern eure vormaligen Mitmieter. Allerdings grotesk entstellt und nur darin bestrebt euch den Gar auszumachen. Mit Waffen oder den bloßen Fäusten dürfen eure Widersacher und ihr abwechselnd einen Zug machen. Bei Bedarf zeigt euch das Spiel auch die Schwachstellen jedes Feindes an. Was aber nicht bedeutet ihr landet einen kritischen Treffer nach dem nächsten. Wie auch bei anderen Vertreten der Rundenstrategie hängen Stärke und Trefferwahrscheinlichkeit ebenso von Zufall und dem Level eurer Spielfigur ab. Selbiger erhöht sich durch das Töten von Feinden. Dabei geben größere Brocken natürlich auch mehr EXP. Verteilen dürft ihr eure sauer erkämpften Punkte in vier Kategorien. Stärke, Geschwindigkeit, Geschicklichkeit und Präzision. Damit beeinflusst ihr welche Waffe ihr nutzen dürft bzw. wieviel Schaden sie verursacht, ob Gegner auch ab und an daneben hauen und wie hoch die Chance ist gute Treffer zu landen. Gesundheit und Hunger lassen sich mit einem Levelaufstieg dagegen nicht beeinflussen. Hier bleibt der Maximalwert immer 100 und solltet ihr es trotz regelmäßiger Versorgung mit Medipacks nicht schaffen mit einigen dieser 100 Punkte auf dem Konto den Ausgang zu erreichen dann bestraft SKYHILL euch zwar mit einem Permadeath aber auch ebenso mit etlichen Belohnungen, je nachdem wie weit ihr es bereits nach unten ihr es geschafft habt.

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Denn wagt ihr einen weiteren Versuch dürft ihr euch für jeweils einen passiven und einen aktiven Bonus entscheiden der euch das Überleben in dem Hotel erleichtert. So startet ihr mit höher stufiger Einrichtung in eurer Suite nehmt dafür aber 25% mehr Schaden oder ihr seid in der Lage in jeder Ecke Loot zu finden, verliert dafür aber alle 10 Runden ein zufälliges Item. Des Weiteren könnt ihr mit aktiven Cooldown-Fertigkeiten in noch nicht aufgedeckte Räume reinschauen oder Räume öffnen die eigentlich einen Schlüssel benötigen würden. Da ihr bei Spielstart immer nur zwei Sachen wählen könnt lohnt sich das Herumprobieren. Hinzu kommen vereinzelt auftretende, sehr kleine Tauschaufgaben und mehrere Schwierigkeitsgrade die für jeden Spieler eine Herausforderung bieten.

Auf optischer und musikalischer Seite bleibt der Titel seinem vorherrschenden Minimalismus treu und bedient sich vorrangig dem Look eines alternativen Comicbuches. Sehr stilsicher, aber sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Auf der anderen Seite hat es SKYHILL aber auch gar nicht nötig mit opulenter Grafik zu glänzen. Das spaßige Spielprinzip allein reicht vollkommen aus um eine Fanbase aufzubauen. Musik und Soundeffekte gehen in Ordnung und passen zum endzeitlichen Setting, stechen aber auch nicht großartig heraus.