Return NULL: Episode 1 – Der Auftakt zum Comicbuch-Adventure im Test

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Nicht nur über die Ankündigung von Deus Ex: Mankind Divided dürfen sich Cyberpunk-Fans derzeit freuen, auch der Indie-Sektor ist mit Titeln wie Shadowrun Chronicles, Dex oder Technobabylon gerade ordentlich gefüllt. Mit der ersten von insgesamt drei Episoden wirft nun auch noch Allein-Entwickler Michael Lückgen sein Point & Click Abenteuer Return NULL auf den Markt. Und ob es sich für Genre- oder Setting Fans lohnt, das werde ich euch im Folgenden wissen lassen.

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Es beginnt in der Vergangenheit in der Protagonist Jack Drebin während eines Einsatzes seine Frau und sein ungeborenes Kind verliert. Zwei Jahre darauf befindet er sich noch immer in einer emotionalen Abwärtsspirale welche die Ausübung seiner Pflicht als Agent maßgeblich beeinflusst und ihn leichtsinnig werden lässt. Doch selbst nach seiner Entlassung geht ihm der mysteriöse Tod seiner Frau nicht aus dem Kopf und er beginnt mit Hilfe von Unbekannten weitere Nachforschungen zu betreiben die ihn fortan in ein Gebilde aus Lügen und Verschwörungen hineinziehen.

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Was der Titel auf erzählerischer Seite gut macht verliert er im Gameplay. Dem Spiel fehlt es bislang an Herausforderung und vor allen Dingen an Interaktionsmöglichkeiten. Was allerdings wiederrum sehr gut zur vorherrschenden Idee eines interaktiven Comicbuches passt. Wer sich auch auf Papier gern mit solchen Publikationen befasst, dem dürfte Machart und Stil von Return NULL auf jeden Fall gefallen. Zumal eine fehlende Sprachausgabe immer zum stetigen Mitlesen zwingt. Wer jedoch ein waschechtes Point & Click Adventure erwartet, der dürfte enttäuscht werden. Denn mit derlei Genrekollegen hat der Titel nicht so wirklich viel gemeinsam. Was auch an den ziemlich aufgesetzten Shootouts liegt, mit denen in der Spielbeschreibung geworben wird. Die fühlen sich viel mehr nach Gummienten abschießen in einer Jahrmarktsbude an und hätten meiner persönlichen Meinung nach nicht unbedingt ins Spiel gehört. Immerhin bringen sie aber etwas mehr Spannung in die Handlung. Wenn auch nicht viel.

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Grafisch regiert der eben bereits erwähnte Comicbuchstil. Ob in regulären Szenarios oder in Gesprächen, alles erinnert daran. Zudem wurde das Cyberpunk-Setting gut eingefangen und erschafft trotzt statischer Bilder eine dystopische Zukunftsvision in Variationen von blau.