Magnetic: Cage Closed – Anziehender Ego-Puzzler der auch abstößt im Test

0
1129

Obwohl Magnetic: Cage Closed, der neue Titel von Entwickler Guru Games, aufgrund der ähnlichen Spielmechanik gern mit Valves’ Meisterwerk Portal verglichen wird, so hat er doch weit mehr mit Magrunner: Dark Pulse von Frogwares gemeinsam. Nämlich das zentrale Kernelement. Der Magnetismus. Auch in diesem Spiel bekommen wir eine spezielle Waffe, die im Grunde keine Waffe ist und eine Reihe von aus Testkammern bestehenden Puzzles. Ob Guru Games uns im Endeffekt aber etwas präsentieren können, was als Alleinstellungsmerkmal einen Kauf rechtfertigt, das könnt ihr in den nächsten Abschnitten erfahren.

 magnetic_screen (1)

STORY

Wir schlüpfen aus der Ego-Perspektive in die Rolle der »Einrichtung 7« Gefangenen XE-47623. Aufgrund der misslichen Lage in der Todeszelle gelandet zu sein, wird der Sträfling zu einem Experimentalwaffentest verdonnert zu dessen Kooperation sie zudem gezwungen wird. Die andere Wahl wäre nur der Tod. Übersteht sie das Test-Martyrium wird ihre Akte gelöscht und sie kann ein neues Leben in Freiheit beginnen. Demzufolge machen wir uns in der Haut des Gefangenen nach der Einleitung auf, um uns durch lange Reihe an Testkammern zu puzzlen. Kommt euch das jetzt irgendwie bekannt vor, dann habt ihr vermutlich Portal gespielt. Nur leider ist Magnetic: Cage Closed dabei nicht einmal ansatzweise so zynisch und witzig. Nichtsdestotrotz ist der recht zweckmäßige Aufhänger Motivation genug um bis Spielende am Ball zu bleiben.

 magnetic_screen (3)

GAMEPLAY

Wenn sich ein Spiel an den Gesetzen der Physik orientiert, kann es diese entweder so dermaßen durcheinanderwirbeln, dass dabei was irrsinnig Abgedrehtes herauskommt, oder sich schlichtweg an unumgängliche Gegebenheiten halten, die wir auch aus dem wahren Leben kennen und dabei seine Möglichkeiten im Grunde limitieren. Wo Magrunner: Dark Pulse diesen Umstand noch mit einer völlig verrückten Geschichte um dunkle Kultisten kaschierte, bleibt bei Magnetic: Cage Closed bei nüchterner Betrachtung ein „eiskaltes“ Logik-Puzzle um die Wirkungsweise von Magneten. Sprich, gegensätzliche Pole ziehen sich an, gleiche stoßen sich ab. Ebenso besteht die Möglichkeit Zug und Schub auf die eigene Spielfigur anzuwenden um beispielsweise Abgründe zu überwinden. Ein Feature das ein gutes Stück Dynamik ins Spiel bringen könnte, wäre da nicht die hakelige Umsetzung. So muss eine Magnetfläche, die als Sprungpad genutzt werden kann, mittels gehaltener Maustaste aufgeladen werden und der darauffolgende Sprung so getimet, dass XE-47623 in die Luft katapultiert wird. Zumal sich geladene Flächen bei Nichtkontakt mit dem Magnetgewehr wieder zügig entladen. Das mögen alles keine Umstände sein, die dem Titel die Beine brechen, aber komfortabel geht anders. Was auch für die Würfel gilt die teils unkontrollierbar durch die Gegend fliegen und das Treffen von entfernten Schaltern so zum Trial & Error Spielchen wird.

magnetic_screen (2)

GRAFIK & SOUND

„Braun, braun, braun sind alle meine Kleider, braun, braun, braun ist alles, was ich hab‘.“ Der Anfang eines Kinderliedes ist auch gleichzeitig der dominante Farbton der Magnetic: Cage Closed beherrscht. Das Gefängnis-Setting wurde somit zwar strikt umgesetzt wirkt aber dadurch sehr dunkel, trist und langweilig. Riffelbleche, Stahlrahmen, rote Warnleuchten, auch Felsen. Wirklich sehenswert wird das Spiel zu keiner Zeit. Soundtechnisch hält der Puzzler sich ebenso dezent zurück wie mit seiner Farbwahl. Das ist allerdings ein durchaus angenehmer Umstand, stören nervige Musikstücke so nicht beim Knobeln.