Squad – Der gefährliche ArmA-Konkurrent 2016 in der Vorschau

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Dieser Titel ist aktuell noch im spielbaren Alpha-Status. Mit bis zu 50 gegen 50 Spielern liefern Sie sich eine taktisch anspruchsvolle Schlacht im neuen Titel des Entwickler-Teams Offworld Industries, den Machern vom bekannten Mod „Project Reality: BF2“. Vorweg, wer kinoreife und bombastische Action samt Explosionen eines Michael Bay Streifens erwartet, ist bei Squad schlichtweg an der falschen Adresse. Ist dies etwa ein negatives Urteil? Ganz klar, nein! Squad versucht erst gar nicht, mit CoD und Battlefield in einer Klasse kämpfen zu wollen. Dieser Taktikshooter nimmt den ungeschminkten Weg.  Wir erklären Euch auch, warum.

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Quelle: https://store.steampowered.com/app/393380/

In den allseits bekannten AAA-Titeln unserer Zeit erleben wir, wie Granaten ausgeschmückte Explosionen erzeugen, die unsere Mitstreiter viele Meter weit in die Ferne katapultieren. Beinahe jede Schusswaffe hat einen eigenen Sound, der jedoch selten mehr als ein gelangweiltes Achselzucken nach sich zieht. Getroffene Gegner werden teils so hart zurückgeworfen, dass man glaubt, ein unsichtbarer Ork hätte nachgeholfen. Anders ist es jedoch im Taktikshooter der aktuellen Season, Squad. Granaten erzeugen eine Explosion, die man geradezu am eigenen Leib spürt. Dreck und Trümmer werden hoch aufgewirbelt, die man dank dem Partikelsystem bis ins Detail erkennen kann. Dieses kommt ebenfalls bei einfachen Beschuss zur Geltung. Der Sound spielt in einer Liga, in der selbst Battlefield 4 keinen Fuß zu setzen vermag. Die Geräuschkulisse ist realistisch und nachvollziehbar, denn jedes Gewehr, und auch jeder Schritt, haben ihr Vorbild in der Realität. Noch nie fühlte sich das Waffenfeedback besser und plastischer an, vor allem das Treffen eines Gegners. Nicht etwa, weil er effektreich durch die Gegend braust, sondern weil er schnell und ohne Tamm Tamm zu Boden sackt. Sobald man selbst das Pech hat, im Fadenkreuz eines Spielers zu erscheinen, bleibt einem selten mehr übrig, als sich in den Dreck zu werfen, oder auf einen Sanitäter zu warten. Jede eingefangene Kugel fühlt sich beim Eintreffen geradezu physisch unangenehm an, ein großes Lob meinerseits an den Audioproduzenten.

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Quelle: https://store.steampowered.com/app/393380/

Squad ist ein klar teamorientierter Taktikshooter, in dem nichts ohne Headset/Mikrofon funktioniert. Es geht darum, möglichst effektiv Stellungen zu erobern und zu halten. Im Gegensatz zu Battlefield 4, hängt der Erfolg nicht von der Masse der eroberten Positionen ab, sondern von dem Erfolg einzelner strategisch wichtiger Stellungen, die man hält. Will man als Team Erfolg verzeichnen, gehören durchdachte Absprachen, und in den meisten Fällen die englische Sprache, einfach dazu. Squad verzichtet auf viele verstreute Tasten, mit denen man zig visuelle Signale an Truppenmitglieder verschicken kann. Wichtig sind einzig und allein die Tasten für den lokalen Sprachchat, nur Soldaten in der umliegenden Gegend hören die eigene Stimme (ebenso feindliche), wie auch das Squad-Radio, mit dem man intern unter Squad-Kollegen Informationen austauscht. Dazu existiert noch die Möglichkeit, Schreibnachrichten an das gesamte eigene, oder an alle Spieler des Servers zu schreiben. Ein besonders schönes Detail ist hierbei, dass sich die Stimmen bei Unterhaltungen im Squad-Radio realistisch verzerren, mit allen dazugehörigen Audio-Effekten. Mit der Karte bestimmt man jederzeit die eigene, wie auch die Position von Mitspielern, kann angenommene Gegnerpositionen markieren, und Ziele wählen. Somit teilt man dem Team visuell mit, welche Position Unterstützung bedarf. Doch, wie bereits gesagt, findet die Kommunikation vor allem über den Sprachchat statt. Ebenfalls wichtig ist der Kompass im HUD, mittig im unteren Bildschirmteil angesiedelt. Er enthält wichtige Informationen, wie z.B. die Himmelsrichtungen North, East, South, und West. Dazwischen stehen noch Zahlen, die eine genaue Lokalisierung vereinfachen/erst ermöglichen.

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Quelle: https://store.steampowered.com/app/393380/

Ein Beispiel für die Notwendigkeit einer taktischen Zusammenarbeit: Mein Team und ich waren unterwegs zu einem Bunker, deren Eingänge an die Oberfläche des waldbedeckten Landes reichten. Wir hörten von Tangos im großteils unterirdischen Komplex, und rückten mit Vorsicht voran. Ein Teil des Squads machte sich auf den Weg zum großen Tor, deren Eingang in eine große Halle mit mehreren Säulen führte. Ich und ein paar Männer, teils aus einem anderen Squad, wählten den hinteren Einstieg durch einen engen Gang. Der Bunkerkomplex war weit verzweigt und erstreckte sich auf zwei Etagen. Wir hörten, wie die Teamkollegen am großen Tor auf Widerstand stießen. Tangos verteidigten das Tor mit Zähnen und Krallen. Währenddessen arbeiteten wir uns weiter voran. Soweit schien alles ruhig, man lehnt sich nach links und rechts, kriecht und sprintet geduckt durch die Dunkelheit. Nichts. Es war soweit alles still, außer die entfernten Feuergefechte schallte kein Geräusch durch die Gänge. Gerade als ich durch eine kleine Tür wollte, erblickte ich einen Tango knapp 100 Meter entfernt, am Ende des langen Ganges. Doch leider tat er das selbe, er sah mich, und bevor ich realisieren konnte, was gerade geschah, peitschten Leuchtspurgeschosse durch die Dunkelheit. Aus panischer Angst heraus, dass gerade jemand in meinen Rücken gefallen sein könnte und ebenfalls das Feuer auf mich eröffnet hat, reagierte ich wie ein verschrecktes Huhn und sprang hin und her, auf der verzweifelten Suche nach einer Deckung. Vergebens. Ich lag binnen weniger Sekunden mit Kugeln im Leib im Dreck. Doch glücklicher Weise nahmen es meine Kollegen mit ihnen auf, drängten sie zurück in die Halle, und halfen mir wieder auf die Beine. Die blutende Wunde mit einem Druckverband verbinden, Medipack gezückt, und schon stand ich wieder. Es war ein harter Kampf, doch nach einer Weile merzten wir die Gegner konsequent aus. Wir rissen die große Halle siegreich an uns, vorerst.

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Quelle: https://store.steampowered.com/app/393380/

Viele Minuten verstrichen, andere Squads nahmen sich eine andere Position vor, wir warteten beharrlich. Stetig blieb die Sorge, trotz gut befestigter Stellung, das Tangos taktisch aus den dunklen Gängen vorrückten, zurecht, wie sich nach weiteren Minuten herausstellte. Schüsse schlugen durch die Stille, mindestens zwei Tangos frontal, einfache Bewaffnung. Da wir eine FOB in der Halle platzierten, eine Respawn-Station, waren einzelne Verluste kaum tragisch, solange man die Stellung hielt. Plötzlich flogen Täuschkörper und weiße und rote Rauchgranaten durch die Halle, einige Explosionen knallten lautstark. Wir wurden mit Rauch und Granaten regelrecht zugeschüttet. Ich steckte einige Treffer ein, musste mich mitten im Kampf provisorisch verarzten. Da wir Stacheldraht und Sandsäcke vor dem Haupttor platzierten, erschwerte dies das Eintreten der feindlichen Truppen. Der Rauch nahm nicht nur uns die Sicht, sondern ganz offensichtlich ebenso dem Gegner. Mir liefen zwei Tangos unerwartet durch die Schussbahn, die ich ohne Probleme dezimierte. Welch Ironie. Jedoch wurde ich einige Male erwischt, der Gegner verstärkte den Angriff, und es wurde zunehmend schwieriger die Stellung zu halten. Dank der gewonnen Ressourcen konnte ein Squadleader ein schweres MG im hinteren Bereich der Halle platzieren, das genau auf das große Tor zielte. Die Verteidigung gelang, das Match war gewonnen. Eine tolle Erfahrung, die ich jedem ans Herz legen mag. Worauf wartet Ihr? An die Tastatur und losgezockt!