
Battlefield 3
Nach einer Woche Verzögerung ( kommt schon… wir mussten das Spiel ausgiebig testen) liefern wir euch unser Battlefield 3 Review für die PC Version.
Wir hatten ja schon unsere Meinungen zur Beta bekannt gegeben, doch hat sich was großartig verändert?
Battlelog und Origin sind leider immernoch da. Battlelog hat ein paar neue Features wie neue Serverfilter bekommen, sodass ihr immer einen Server leicht finden könnt der zu eurem Geschmack passt. Leider werden bei mir immer noch nicht die Pings angezeigt was zu einigen Frustrationen führte, besonders wenn man versucht mit Freunden zu spielen. Ja versucht, denn die “Party-join” funktion von Battlelog funktioniert nicht richtig. Oft musste ein Kumpane einzeln den Anderen nachjoinen und da ging dann auch das Problem mit der Squadbildung wieder los. Denn man kann kein eingenes Squad erstellen sondern nur vorgegebenen beitreten. Ist man allerdings einmal mit seinen Freunden in Einem, so lässt sich das Squad problemlos auf Privat stellen damit niemand anderes mehr reinkommt. Jedenfalls bis der Server die Map wechselt, denn dann kann es schon einmal passieren, dass ein zufälliger Spieler eurem Squad zugewiesen wird, egal ob privat ist oder nicht.
Alles Andere von Battlelog funktioniert jedoch gut. Ihr könnt eure Statistiken anschauen, vergleichen, Dog Tags anpassen, Platoons mit euren Freunden bilden, die neusten News der Entwickler anschauen oder im Forum posten. Alles via einer Internetseite. Wenn Battlelog einwandfrei funktioniert, ist es ein gutes Feature. Da es dies aber nicht tut wird sowas einfaches wie einem Server beitreten oft zur Qual.
Eine Qual ist auch Origin. EA‘s hauseigener Kontrahent zu Valves Steam und junge junge, dieses Programm ist wohl der größte Datenmüll der je meine Festplatte heimgesucht hat. Nicht nur, dass es eure Festplatten nach nützlichen ( nützlich im Sinne davon, dass EA Profit daraus ziehen kann) Daten durchsucht, nein das Programm ist noch im Beta Stadium. Stellt euch das mal vor. BETA. Steht ganz klar im Programmfenster für jeden ersichtlich. Aber damit noch nicht genug, dieser Witz von einem Online Distribution Service stürzt gerne mal ohne ein Wort zu sagen einfach ab. Zack und weg. Und solange Origin nicht läuft, könnt ihr auch kein Battlefield spielen. Großartig, einfach großartig. Auf den Konsolen hat man dieses Problem glücklicherweise nicht.
Wenden wir uns dem Spiel zu:
GRAFIK
Tja, ich erinnere mich noch an den Hype. Frostbite 2! Besser, schneller, höher, weiter! Von wegen. Das Spiel sind keineswegs schlecht aus, aber es ist auch nicht das neue Crysis für das es verkauft wurde. Die Optimisierung ist gut und das Spiel läuft auf unseren Maschienen sehr flüssig. Die Arbeit wird sehr gut auf alle vier Kerne meiner CPU verteilt und die Grafikkarte wird voll ausgelastet ohne dabei zu hohe Temperaturen zu erreichen. Bei 6GB RAM wurden maximal 55% genutzt. Fehlerfrei ist das ganze dann leider doch nicht. Wenn ich mit den Grafikeinstellungen herumspiele, kann es schonmal zu gravierenden Grafikfehlern kommen die das Spiel unmöglich zu spielen machen. Unregelmäßige Framerateeinbrüche stehen auch auf der Liste. Dies galt allerdings nur für mich, da meine Freunde solche Probleme nicht hatten. Jedoch ist das Forum auch vollgepackt mit Beschwerden von Leuten, die ähnliche oder gleiche Probleme erleben. Gerade Zocker mit einer GTX560Ti sollten sich auf Grafikfehler gefasst machen. Ob es an den Treibern von Nvidia oder schlichtweg am Spiel liegt ist leider unklar.
SOUND
Ich glaube die Jungs von DICE waren im früheren Leben Gehörapparate. Denn was die hier aufgenommen, gemischt und komponiert haben ist der Wahnsinn. Explosionen, Schüsse, Stimmen alles hört sich richtig bombastisch an was eine tolle Atmosphäre erzeugt. Das klassiche Battlefield-Theme hat wie üblich einen Remix bekommen und gibt sich jetzt im modernen Elektrogewand, Geschmackssache. Audiophile kommen hier voll auf ihre Kosten. Leider konnten wir auch hier einen Bug im Spiel feststellen und zwar jedes mal wenn zu viele Sounds im Game auf einander treffen, setzte der komplette Hintergrund-Sound aus.
GAMEPLAY
“Geht auf A, ich gebe euch Deckung aus der Luft!”, “Okay, alles klar.”, “Gegner im zweiten Stock, Gebäude links!” RÖMS “Hab ihn.”. So oder so ähnlich hörten sich unsere Skype Telefonate an, wenn wir zu dritt oder mehr unterwegs wahren. Koordination und Teamwork werden mit Erfolg und Sieg belohnt, was automatisch zu einer Menge Spaß führt. Unser meistgespielter Modus ist Conquest. Mit 32-64 Spielern kämpfen zwei Teams um die Kontrolle von Flaggen, die jeder versucht einzunehmen. Sollte eigentlich jedem Battlefield Veteranen bekannt sein. Um das zu erreichen stehen dem Spieler vier Klassen zur Verfügung: Sturmsoldat ( gleichzeitig Sanitäter), Versorgungssoldat ( Gibt Munition und hat die dickste Wumme), Techniker (Fahrzeugabwehr und Reperatur) und der Aufklärer ( Scharfschütze). Alle Klassen spielen sich jedoch anders, je nachdem wie ihr eure Ausrüstung, welche ihr im Laufe des Spieles freischaltet, wählt. So kann der Sturmsoldat sein Medkit für einen Granatwerfer eintauschen, der Techniker seinen Bunsenbrenner für Panzerabwehrminen und und und. Es gibt sehr viele Wege eine einzelne Klasse zu spielen und jeder ist irgendwie nützlich. Und wer keine Lust hat zu Fuß rumzulaufen, der schnappt sich einfach eines der vielen Kampffahrzeuge. Vom Panzer über die mobile Flak bis zum Kampfjet ist alles vertreten. Leider hat der Buggy keine Hupe mehr was ein großer Kritikpunkt ist.
Am Ende einer jeden Runde werden eure akkumulierten Punkte angezeigt und zusammengerechnet. Habt ihr genug Punkte, erhaltet ihr eine Beförderung was oft mit einem neuen Gegenstand einhergeht. Insgesamt gibt es drei Arten von Beförderungen:
1. Eure Klasse – Macht ihr Punkte mit eurer Klasse, so werdet ihr Gegenstände für genau diese Klasse freischalten.
2. Eure Waffe – Habt ihr genügend Frags mit eurer momentanen Waffe, so schaltet ihr Modifikationen für diese frei. (Dies gilt auch für Fahrzeuge)
3. Allgemein – Durch euren allgemeinen Rang schaltet ihr Tarnmuster oder Objekte die alle Klassen verwenden können frei.
Und glaubt mir, es gibt eine Menge freizuschalten. Eine Unmenge. Teilweise ist das aber nicht gut durchdacht, denn Kampfjets und Helikopter starten ohne Gegenmaßnahmen und können so kinderleicht von Wärmesuchenden Raketen abgeschossen werden. Frische Piloten haben es so sehr schwer. Möglich, dass dies noch gepatcht wird.
Neben Conquest gibt es allerdings noch einige andere Spielmodi. Rush, wie man ihn aus der Bad Company Reihe kennt ist wieder mit dabei. Ein Team attackiert, das Andere verteidigt. Leider sind hier die Maps immernoch viel zu unbalanciert, sodass das angreifende Team oft direkt in den Kugelhagel des verteidigenden Teams rennen muss ohne wirklichen Fortschritt zu machen. Dann gibt es noch Squad Deathmatch, ebenfalls bekannt aus Bad Company 2. Hier treten Squads gegeneinander an ohne irgendwelche Ziele zu verfolgen. Squad Rush und einen Team Deathmatch für das ausgelassene herumballern gibt es auch noch. Hier wird jeder bedient. Jedoch sind einige der Maps schlichtweg grauenhaft gebaut. Operation Metró ist im Conquest Modus unspielbar, da jedes Team Raketen und Granaten Gänge und Treppen hinunterschiesst und sich so niemand wirklich weiterbewegen kann. Solche “Choke-Points” finden sich leider auf vielen Karten. Oft wird dann einfach nurnoch gecampt oder mit Sprengstoff um sich geworfen.
EINZELSPIELER
Battlefield 3 kommt auch mit einer Einezspielerkampagne. Doch von der rate ich ab. Einfallslose Story mit bösen Russisch-Arabischen Terroristen die irgendwie an Atomwaffen gekommen sind. Gegner mit röntgenblicken und bescheurte bis nutzlose Teamkameraden machen die Kampagne eine Qual, besonders wenn ihr auf Schwer spielt. Doch nur auf Schwer ist die Zielhilfe oder besser gesagt Aimbot komplett ausgestellt. Und Nein man kann ihn nicht manuell in den Optionen abschalten. So folgt ihr also mehreren Soldaten und erlebt deren Abenteuer genau wie in Call of Duty. Die Kampagne ist so ein unglaublicher Call of Duty Klon, dass mir schlecht wird. Hübsch inszeniert ist sie allerdings an manchen Stellen, doch meist lauft ihr durch einen Korridor von A nach B und schiesst auf alles was ein Kopftuch anhat. Wenigstens ist der Proamerikanismus nicht so stark vertreten wir in CoD.
COOP
Mit dabei ist auch ein kleiner Coopmodus indem ihr mit einem Freund verschiedene(6) Missionen absolviert. Und selbst hier könnt ihr Sachen für den Multiplayer freischalten. Die Missionen sind abwechslungsreich, nicht zu lang und machen Spaß. Wirklich etwas daran auszusetzen gibt es nicht.
FAZIT
Wer den Singleplayer ignoriert oder zumindest nicht ernst nimmt, mit Origin und Battlelog fertig wird ( Mein Tipp: verbietet Origin mit dem Freeware Programm Sandboxie den Zugriff auf eure Festplatten, googlet die Anleitung) und Maps wie Operation Metró aus dem Weg geht, dem steht ein Wochenlanger Battlefield Spaß bevor. Das Erlebnis wird tatsächlich nur durch Graikfehler, Battlelog und Origin getrübt. Wer darüber hinwegsehen kann, besonders da Grafikfehler oft von PC zu PC unterschiedlich sind, dem kann ich eine klare Kaufempfehlung geben. Alle anderen wollen vielleicht warten, bis der Preis gesunken ist oder Battlelog und Origin aus dem Beta Stadium heraus sind.







Gute Review,
wenn der PC sich mit BF3 versteht ist das Spiel echt spitze. Sound und Grafik machen das Spiel zu einem echten Leckerbissen an dem man lange Spass hat.
Hoffentlich wird im Bereich Squad bildung noch einiges gepatcht.
Freu mich schon auf die neuen “alten” Maps aus BF2
Hat der Techniker net einen Lötbrenner? Bunsenbrenner sind doch die aus’m Chemieunterricht…
Gumboss